Spiele sind so erfolgreich, dass sie Menschen aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Kulturkreisen faszinieren.

Dieser Erfolg hat Wissenschaftler, und auch uns, neugierig gemacht.

Daher analysieren wir die Erfolgsmechanismen aller möglichen spielerischen Umgebungen wie Video-, Brettspiele, sportliche Aktivitäten, Hobbies und mehr, um sie anschließend auf Tätigkeiten im beruflichen- und privaten Alltag, in die Lehre oder auch auf gesellschaftlicher Ebene zu übertragen.
Das ist der Grundgedanke hinter Gamification.

 

DER BEGRIFF GAMIFICATION IST EIN DEONYM.

Das heißt, unter dem Oberbegriff Gamification gibt es mehrere Ansätze, mit denen Unternehmen vom Potential des Spiels profitieren können. Das sind Serious Games, Game-Based-Learning & Simulationen, aber eben auch Gamification selbst.

Nur wer den Unterschied zwischen diesen Möglichkeiten kennt, ihre speziellen Eigenschaften sowie auch ihre Vor- & Nachteile, wird sich für den passenden Einsatz entscheiden können.

 

Gamification

Gamification ist das Anwenden von Spiel-Prinzipien auf unterschiedliche Unternehmensbereiche wie z.B. Marketing, Human Resource, Wissensmanagement, Sales, Projektmanagement und Weiterbildung.

Es bedeutet nicht, dass man ein klassisches Spiel baut. Solche Anwendungen fallen unter die Kategorien Serious Games, Game-Based-Learning oder Simulationen.

Statt dessen werden aktuelle und bestehende Arbeitsprozesse, Dienstleistungen und auch Produkte wie Software und Applikationen, durch genau die spielerischen Elemente angereichert, die mitunter verantwortlich sind für die menschliche Faszination und unsere Verbundenheit mit spielerischen Aktivitäten.

 

Serious Games

Bei einem Serious Game zielt man darauf ab, dass der Spieler, während er innerhalb eines klassischen Spiels voranschreitet, automatisch ein reales Problem löst.
Dies geschieht, indem man eine Fragestellung, die uns im realen Leben aktuell beschäftigt  soweit herunterbricht, dass man komplexe Sachverhalte durch die Anpassung an Level, Regeln, Spielelemente und mehr, leichter verständlich und somit für jedermann zugänglich macht.

Das Spiel Fold.it ist hier wohl ein Paradebeispiel, dem es gelang die wissenschaftlich hoch komplexe und langwierige Suche nach körpereigenen Proteinsträngen und ihre ‚Faltmöglichkeiten‘, so interessant zu gestalten, dass tausende von Spielern sich dieser Herausforderung annahmen und so Faltkombinationen entdeckten, auf deren Suche die Wissenschaft seit Jahren war.

 

Game-Based-Learning

Game Based Learning (kurz: GBL) nutzt das Produkt Spiel als Tool, um zu lernende Inhalte zu ‘transportieren’ und dem Spieler diese durch spielerische Interaktion unterhaltsamer, verständlicher und nachhaltiger zu vermitteln. Eine Charakteristik dabei ist oftmals, dass der zu lernende Inhalt oberste Priorität hat. Der Spielspaß hat sich, im Zweifelsfall, diesem unterzuordnen. Man kann es auch so ausdrücken: Bei GBL ist Lernen das Ziel, während bei einem klassischen Spiel Lernen eigentlich nur Mittel zum Zweck ist und der Spielspaß an erster Stelle steht.

 

Simulation

Eine Simulation, im Unternehmenskontext, ist ein Spiel, das dem Spieler die Freiheit gibt innerhalb der Simulation bestimmte Aufgaben anzugehen und zu testen. Dies erlaubt der beteiligten Person auch innerhalb dieses Kontexts zu scheitern, daraus zu lernen und es erneut zu versuchen, ohne reale Konsequenzen befürchten zu müssen.

Während sich bis hierhin die Eigenschaften einer Simulation und eines Serious Games 1-zu-1 gleichen, besteht der Unterschied beider Ansätze letztendlich im gewünschten Unternehmensziel.
Bei Serious Games möchte man durch den spielerischen Einsatz der User auf Lösungsmöglichkeiten realer Probleme kommen, auf die man im direkten und realen Umfeld noch nicht gekommen war. Man kann es somit auch als eine Art ‚Crowdsourcing-Tool‘ bezeichnen.
Bei einer Simulation hingegen ’simuliert‘ das Spiel einen realen Ablauf, der aus Unternehmenssicht unumgänglich ist. Das heißt, dass der Spieler der Simulation auf ein ganz bestimmtes Verhalten hintrainiert, bzw. ganz bewusst individuelle Fähigkeiten gefördert werden sollen.

 

Diese Definitionen haben sich aus unseren eigenen Erfahrungen mit Kunden und den unterschiedlichen Ansätzen ergeben. Nach wie vor gibt es kaum Einigkeit zwischen der genauen Abgrenzung der angesprochenen Konzepte. Daher sind die Definitionen auf dieser Seite klar unsere persönlichen Erläuterungen.

 

 

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